Niemand will ins Heim? 5 gute Gründe für stationäre Pflege

„Niemand will ins Heim“ – immer wieder wird dies von Politikern und Meinungsmachern behauptet. Hermann Josef Thiel, Geschäftsführer von TERRANUS, sieht dies anders: Die Belegungsquoten in stationären Einrichtungen sind so hoch wie nie. Der Experte nennt fünf Argumente, warum das so ist und auch so bleiben wird.

TERRANUS Wissenswert 5 Gründe für stationäre Pflege

Viele Pflegepolitiker sprechen sich für die ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen aus. Doch ab einem gewissen Grad von Pflegebedürftigkeit können nur Pflegeheime die optimale Versorgung bieten.

Der Hintergrund: Gesellschaftliche Strukturen ändern sich zur Zeit erheblich. Das gilt sowohl für Alter und Gesundheit der Bevölkerung als auch für die Familienkonstellationen, die vor allem beim Thema Pflege von großer Relevanz sind. Geht es wirklich nur um die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen, genügt die ambulante Pflege insbesondere bei hochbetagten und stark pflegebedürftigen Menschen sicher langfristig nicht.

Hermann Josef Thiel wünscht sich vor allem mehr Sachlichkeit in der Debatte und nennt die fünf wichtigsten Gründe für den stark steigenden Bedarf an Pflegeheimen:

1. Demografie

Wandel innerhalb der Bevölkerung bedeutet keineswegs nur, dass es immer mehr alte Menschen gibt. Es bedeutet auch: weniger Kinder pro Haushalt, mehr Single-Haushalte, mehr Patchwork-Familien und mehr Mobilität in der Gesellschaft. Die klassischen Konstellationen, in denen sich die häusliche Pflege von Angehörigen realisieren lässt, werden damit immer seltener.

2. Qualität

Bei gering ausgeprägter Pflegebedürftigkeit kann häusliche Pflege gut funktionieren. Bei stark oder schwerstpflegebedürftigen Menschen ist eine angemessene Versorgung jedoch häufig nicht mehr oder nur noch mit enormem Aufwand zu gewährleisten.

3. Vereinsamung

In vielen Fällen führt die Versorgung zu Hause in die physische und – weit schlimmer noch – psychische Isolation. Wenn nicht gerade der ambulante Pflegedienst vorbeischaut, sind die Betroffenen oft alleine. Es fehlen Ansprache, Gesellschaft und Beschäftigung.

4. Bürokratie

Wer jemals einem pflegebedürftigen Menschen dabei geholfen hat, den hochkomplexen Alltag mit ambulantem Pflegedienst, Essen auf Rädern und einer Haushaltshilfe nebst Urlaubsvertretung zu organisieren (und über die diversen Kostenträger abzurechnen!), weiß: Das kostet Zeit, Kraft und Nerven. Und zwar mehr als die meisten Berufstätigen haben.

5. Kosten

Ambulante Pflege ist für die Gesellschaft keinesfalls per se billiger, im Gegenteil: Viel Zeit und Ressourcen verpuffen in Anfahrt, Organisation und Bürokratie. Demgegenüber werden in der stationären Pflege Geld und Fachpersonal in der Regel wesentlich effizienter eingesetzt.

 

Diese Argumente belegen: Die Frage, ob jemand ins Heim „will“, stellt sich in der Praxis so nicht. „Es geht vielmehr darum, wo die optimale Versorgung für die Betroffenen gewährleistet ist“, erläutert Thiel. „Und dies wird auf lange Sicht in aller Regel ein gut geführtes stationäres Pflegeheim sein. Die Nachfrage zeigt dies schon jetzt deutlich.“ Auch die Politik wird das in einigen Jahren sicherlich merken.

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