Digitalisierung? Nur keine Panik!

Die Furcht vor dem Ende der Arbeit geht um: Die Digitalisierung führt zu hoher Arbeitslosigkeit, glauben Mahner. „Eine Transformation mit enormen Chancen“, prognostizieren dagegen Ökonomen. Denn demografischer Wandel und Digitalisierung sind Gegenspieler.

Humanoide Roboter, künstliche Intelligenz (KI) und autonome Fahrzeuge – eine kolossale Technologisierungswelle rollt auf uns zu und mit ihr droht enorme Arbeitslosigkeit, malen insbesondere Soziologen schwarz. Zig Millionen Arbeitsplätze entfallen rund um den Globus, 47 Prozent aller Berufe werden perspektivisch von KI und ihren Algorithmen ausgelöscht, so das Angstszenarium.

„Mensch und künstliche Intelligenz eindimensional als Gegensätze zu denken, macht wenig Sinn“, überlegt Carsten Brinkmann, Aufsichtsratsvorsitzender von TERRANUS, „wie in der Vergangenheit verändern neue Technologien unsere Welt gravierend. Das bedeutet jedoch lediglich: Wir werden die Zukunft wieder einmal neu gestalten und uns dabei „intelligenter“ Maschinen bedienen, Probleme und Aufgaben an sie delegieren, und aus diesem Prozess gestärkt hervorgehen. Ein Großteil des Beschäftigungswachstums findet seit 1980 in Berufen statt, die damals gänzlich unbekannt waren.“ Dafür, dass Veränderungen verunsichern sollte jeder Verständnis haben und nicht zugleich „voreingenommen sein“, denn das bringt uns nicht weiter.

Demografie oder Digitalisierung: Welche Entwicklung wirkt sich schneller aus?

Auch Ökonomen wie Jens Südekum, Professor für internationale Volkswirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf, und Gerd Zika vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg unterstreichen die enormen Vorteile der Digitalisierung insbesondere in alternden Gesellschaften wie der deutschen. Denn perspektivisch gehen uns die Arbeitskräfte rascher aus als die Arbeitsplätze, so die Prognosen.

Aktuell existiert in Deutschland ein Erwerbspersonenpotential von rund 45 Millionen Menschen, das über die nächsten Jahrzehnte Schritt für Schritt auf 38 Millionen schrumpfen wird (Zahlen IAB). Diese Abwärtsentwicklung bezieht bereits die Zahl von 200.000 Zuwanderern jährlich, die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit und die längere Lebensarbeitszeit mit ein. Geht ein Großteil der Babyboomer ab 2020 in Rente, wirkt sich der demografische Wandel ohne Digitalisierung in einem erheblichen Arbeitskräftemangel aus. Und so stellen sich Ökonomen und Arbeitsmarktforscher derzeit vor allem die Frage, welche Kraft schneller sein wird: Demografie oder Digitalisierung? In jedem Fall bilden die beiden Gegenspieler – und das ist gut so.

Versorgung 4.0: Den enormen Mangel an Mitarbeitern, Ärzten und Betreuern abfedern

Vielleich werden bis 2035 in einer voll digitalisierten Arbeitswelt rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze (IAB) nicht nachbesetzt, gleichzeitig entstehen neue Tätigkeitsbereiche in etwa gleicher Größenordnung: Der Beruf des Big-Data-Analyst beispielsweise war vor fünf Jahren noch völlig unbekannt.

Die Nachfrage nach qualifizierten Menschen in der IT-Branche, aber vor allem im Bereich in den Gesundheit- und Betreuung wird explodieren. Bereits heute existieren rund 35.000 offene Stellen für Pflegekräfte, die nicht besetzt werden können, Tendenz steigend. Für das Jahr 2030 prognostiziert die Bertelsmann Stiftung eine Lücke von bis zu einer halben Million fehlender Mitarbeiter in der Pflege.

Gleichzeitig steigt auch der Bedarf an Ärzten und anderen sozialen Berufen. „Digitalisierung unterstützt uns dabei, diese enorme Demografie-Lücke abzufedern“, erklärt Carsten Brinkmann, „altersgerechte Assistenzsysteme etwa ermöglichen länger die Selbstständigkeit älterer Menschen in ihren Wohnungen, digitale Technologien in Pflegeheimen erleichtern und übernehmen schwere sowie administrative Tätigkeiten, verbessern die Kommunikation und schaffen moderne, attraktivere Arbeitsplätze.“

Zukunftsweisende Aus- und Weiterbildung, Umschulung und Querdenken sind nötig, um die großen Veränderungen zu bewältigen. „Panik vor der Digitalisierung ist völlig fehl am Platz“, ist Carsten Brinkmann sicher, „denn digitale Lösungen bilden einen wichtigen Baustein für die Bewältigung unserer Herausforderungen und des demografischen Wandels.“

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Carsten Brinkmann

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