Keine Angst vor Kreativität!

Ausgetretene Pfade und zementierte Denkmuster verhindern bessere Betreuungsangebote für pflegebedürftige Menschen und vergeben so Chancen. Da die legislativen Fesseln zunehmend zu einem „Einheitsklassensystem“ führen, geht Individualität verloren.

„Die systematische Trennung von ambulanter und stationärer Pflege verfestigt sich bei Politik und Kostenträgern zu einer wahren Denkstarre”, erklärt Carsten Brinkmann, TERRANUS Aufsichtsratsvorsitzender, „dabei existieren zahlreiche Konzepte, mit denen sich vielfältige zukunftsweisende Angebote für Pflege- und Wohnformen entwickeln und realisieren ließen.”

Dazu müssten Bürokratie und Silo-Denken abgebaut, Kreativität für moderne Wohnformen mit bedarfsgerechten Service- und Pflegedienstleistungen gefördert werden. So könnten ältere und pflegebedürftige Menschen zeitlich, räumlich und selbstbestimmt darüber entscheiden, wann sie welche Service- und Pflegeangebote nutzen. Spätestens wenn die Babyboomer-Generation betreut und versorgt werden möchte, steigt die Zahl der etwas finanzkräftigeren Senioren ebenso wie die der Menschen, die langfristig auf staatliche Unterstützung angewiesen sind erheblich.

Unabhängig von ihrem individuellen Pflegegrad, persönlichen Wünschen und Vorlieben, macht das bestehende Einheitssystem alle gleich. Die Crux: Betreiber können aufgrund der verhandelten Pflegesätze Preise und Angebote nicht differenzieren. „Qualität und Pflegeleistungen werden durch Kostenträger und Politik damit so stark reguliert“, sagt Carsten Brinkmann, „dass letztlich nur ein Standardangebot realisierbar ist, ohne Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse.“

Individualität statt „Einheitsklassensystem“

Um den verschiedenen Lebensstilen und Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen, müsste das „Einheitsklassensystem“ durchlässiger werden. Unter Beibehaltung der gesetzlich festgelegten Qualitätsstandards könnten Anbieter und Betreiber Pflegeangebote und Preise stärker variieren, Innovationen vorantreiben und den Marktbedürfnissen gerecht werden. Eine Win-win-Situation für alle: Es flössen mehr private Gelder, was zur finanziellen Entlastung von Menschen mit niedrigem Einkommen führt und Bewohnern mit mehr Mitteln vielfältigere Angebote ermöglicht.

Dramatische Verknappung von Wohnraum und Pflegeplätzen

Und diese privaten Mittel werden angesichts der demografischen Entwicklung dringend benötigt, denn das Verhältnis zwischen der zunehmenden Zahl an Pflegebedürftigen einerseits und der rückläufigen Zahl neuer altersgerechten Wohnraums und Pflege-Infrastruktur gerät aus der Balance. Beispiel Pflegeheim: Entstanden in den vergangenen 18 Jahren jährlich durchschnittlich 280 neue Einrichtungen pro Jahr, sank diese Zahl in den letzten drei Jahren auf magere 150. Und das obwohl der Abbau von Doppelzimmern zu einer weiteren Angebotsverknappung von rund zehn Prozent führt. Zudem müssen zahlreiche ältere Immobilien ersetzt werden, die eine schlechte Ausstattung, fehlende Infrastruktur oder mangelhafte Rahmenbedingungen aufweisen.

Beispiel altersgerechte Wohnungen: Über Jahre hinweg versäumte die Wohnungswirtschaft, bezahlbaren Wohnraum in angemessener Zahl und bedarfsgerechtem Zuschnitt zu schaffen. Das gilt zwar für die gesamte Bevölkerung, doch noch einmal deutlich zugespitzter für Senioren, die aufgrund ihrer altersbedingten Einschränkungen kaum ausweichen können. An eine individuelle Lebensführung trotz Alterseinschränkungen ist angesichts dieser Verknappung und mangelnder Pflege-Infrastruktur überhaupt nicht zu denken.

Wohnen und Pflege á la carte

„Mit mehr Gestaltungsfreiheit entstünden neue Wohn-, Betreuungs- und Versorgungsstrukturen für alle Ansprüche“, so Carsten Brinkmann, „von Standard bis zu Komfort, vergleichbar mit dem Hotelsektor. Kunden könnten verschiedene Wohn- und Versorgungsformen mit flexiblen Servicekonzepten wählen – ambulant wie stationär. Das Resultat: Eine bessere Finanzierung, mehr Angebote und vor allem eine individuelle Gestaltung der Zukunft“.

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Carsten Brinkmann

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