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Der Pflegemarkt Deutschland erscheint paradox: Von der Nachfrageseite her betrachtet, müsste er eigentlich boomen. Dennoch gibt es - zumindest in einigen Regionen - Überkapazitäten. Dazu hemmen ein dramatischer Fachkräftemangel, Überregulierung und nicht marktgerechte Betreiberkonzepte die Entwicklung des Marktes. Für Betreiber mit dem richtigen Konzept winken auf dem Pflegemarkt allerdings hervorragende Perspektiven.
Derzeit gibt es in Deutschland ca. 845.000 Pflegeplätze. Die Auslastung dieser Plätze liegt insgesamt bei 87 Prozent - eine gute Quote Bis 2020 wir die Nachfrage allerdings noch einmal deutlich steigen: So schätzt beispielsweise das Landesamt für Statistik in Nordrhein-Westfalen, dass die Zahl der über 80-Jährigen in diesem Bundesland von 2008 bis 2030 um ca. 70 Prozent zunehmen wird. Das bedeutet, dass sich auch die Nachfrage nach stationärer Pflege gerade in der laufenden Dekade stark erhöhen wird.
Ein weiterer Trend ist die steigende Nachfrage nach Einbettzimmern. Grund sind zum einen die gestiegenen Ansprüche der Bewohner nach mehr Privatsphäre. Gleichzeitig schreiben mehrere Bundesländer (Nordrhein Westfalen, Baden Württemberg und Bayern) Einbettzimmerquoten von 80 bis 100 Prozent für Neubauten vor. Der Bestandsschutz für ältere Häuser mit schlechteren Quoten läuft zum Ende der Dekade aus (2018/2019).
Trotz dieses eindeutigen Trends gibt es auf einigen lokalen und regionalen Märkten ein Überangebot. Die Folge ist, dass sich eine große Zahl von Einrichtungen aufgrund schlechter Belegungszahlen in einer wirtschaftlich äußerst prekären Lage befindet.
Überangebot und Insolvenzrisiko
Zum Teil liegt dies an kaufmännischen Versäumnissen der Betreiber selbst: Häufig wird mit einer Marge kalkuliert, die selbst bei Vollauslastung nicht ausreicht, um etwa die notwendigen Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung aufzubringen. Schon jetzt gibt es in einem großen Teil der Heime einen latenten Instandhaltungs- und Modernisierungsstau. Auch fehlt es häufig an der notwendigen Flexibilität, um die Kosten schnell an die jeweilige Belegungs- und Ertragssituation anzupassen.
Zum Teil sind aber auch strukturelle Probleme für die schlechte Marktsituation verantwortlich. Denn anders als beispielsweise in Großbritannien bestimmen in Deutschland nicht Angebot und Nachfrage die Preise für Pflegeleistungen, sondern das mächtige Oligopol der Pflegekassen. Betreiber haben regelmäßig größte Schwierigkeiten, Kostensteigerungen, etwa für Personal oder Energie, in Vergütungsverhandlungen mit den Pflegekassen durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass in Regionen, die für eine besonders restriktive Preispolitik der Pflegekassen bekannt sind, die Zahl der Insolvenzen - gerade auch freigemeinnütziger Betreiber - in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Probleme auf der Angebotsseite
Es wird deutlich: Die Probleme des Pflegemarktes liegen nicht auf der Nachfrageseite. Die Herausforderung der nächsten Jahre für die Branche wird vielmehr sein, adäquate Angebote zu bieten. Dabei gilt es, drei entscheidende Aspekte unter einen Hut zu bringen.
Erstens: Die Angebote müssen den steigenden Anforderungen an die Qualität der Dienstleis-tung gerecht werden. Heimbewohner und ihre Angehörigen werden immer anspruchsvoller - und das zu Recht. Eine würdige, zeitgemäße und an den Bedürfnissen der alten Menschen orientierte Pflege darf kein Luxus sein, sondern ist eine gesellschaftliche Grundaufgabe. Die steigende Nachfrage nach zeitgemäß ausgestatteten Einbettzimmern ist ein Symptom dieser Entwicklung.
Zweitens gilt es dringend, die Vergütung und Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern, um dem dramatischen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Schon jetzt gehen der Pflegebranche die qualifizierten Fachkräfte aus. Laut einer im letzten Jahr veröffentlichten Prognos-Studie zum allgemeinen Fachkräftemangel im Jahr 2015 werden der Pflegebranche in fünf Jahren 100.000 Fachkräfte fehlen. Hier sind dringend Maßnahmen nötig, die nicht nur die Bezahlung der Pflegekräfte verbessern, sondern auch das Berufsbild insgesamt ttraktiver machen. Das Problem der Personalknappheit wird in den nächsten Jahren eine herausragende Rolle spielen.
Und drittens: Die Angebote müssen wirtschaftlich nachhaltig sein. Gute, zeitgemäße Pflege kostet Geld. Ein Aspekt, um den sich die Politik beharrlich herumdrückt. Angesichts der demografischen Entwicklung sind die Grenzen der solidarischen Pflegeversicherung längst erreicht. Um die Finanzierung dieses Sektors in den Griff zu bekommen, wird über kurz oder lang zumindest an einer Ergänzung der solidarischen Pflegeversicherung durch kapitalgedeckte Vorsorgeformen kein Weg vorbeiführen.
Schwierige Rahmenbedingungen
Diese drei Aspekte in Einklang zu bringen, ist zweifellos ein nicht ganz einfacher Spagat, den Marktteilnehmer und Politik gemeinsam vollbringen müssen. Bundesgesundheitsminister Rösler hat das Jahr 2011 zum Jahr der Pflege erklärt und will eine weitere Pflegereform durchsetzen. Die. derzeitigen Überlegungen, die Pflege zu "ambulantisieren" wird dieses Problem allerdings nicht lösen. Angesichts der dramatischen "Entjüngung" der Gesellschaft kann der Bedarf an stationären Pflegeplätzen dadurch nicht kompensiert werden.
Auch die vieldiskutierte Einführung des Mindestlohns für die Pflegebranche verliert angesichts der viel dringenderen Probleme an Bedeutung. Die Knappheit der qualifizierten Arbeitnehmer wird letztlich notwendigerweise zu einem Anstieg der Löhne führen müssen. Entscheidend wird sein, wie man den dramatischen Fachkräftemangel schleunigst in den Griff bekommt.
Erfolg durch Marktkenntnis
Trotz aller Probleme und Herausforderungen bietet der Pflegemarkt nach wie vor große Chancen - sowohl für Betreiber als auch für Investoren. Denn letztlich bietet er alles, was einen interessanten Markt auszeichnet: eine langfristige Wachstumsperspektive, Planbarkeit und überschaubare Risiken. Doch wie bei allen Märkten gilt auch hier: Wer den Markt am genauesten kennt, hat die besten Erfolgschancen. Denn: Die Investition in den Pflegemarkt, sowohl in den Betrieb als auch in die Immobilie, ist eine vergleichbar sichere Sache. Die demografische Entwicklung sichert die Nachfrage. Das Sozialstaatprinzip der Bundesrepublik Deutschland sichert neben der gesetzlichen Pflegeversicherung über die Sozialhilfe die Refinanzierung der verhandelten Preise. Hinzu kommt, dass der Bedarf anhand von demografischen Daten relativ zuverlässig vorhersagbar ist.
Entscheidend für die Marktteilnehmer ist es daher, ihre Angebotsstrukturen konsequent nach Gesichtspunkten betriebswirtschaftlicher Effizienz auszurichten. Eine gründliche Markt-, Standort- und Wettbewerbsanalyse muss jedem Investment, jeder Betriebseröffnung vorausgehen. Dies mag eine Binsenweisheit sein, ist aber immer noch nicht selbstverständlich.
Bauchgefühl und Nachlässigkeit bei der strategischen Planung werden in einem derart an-spruchsvollen Markt besonders hart und schnell abgestraft.
Auch bei den Betriebsabläufen vieler Einrichtungen gibt es noch viel Optimierungspotenzial. Dies beginnt bei Fragen der baulichen Gestaltung der Pflegeheime und geht bis hin zur Organisation der Arbeitsabläufe und des Personaleinsatzes.
Die Qualität muss stimmen
Bei allen betriebswirtschaftlichen Optimierungs-Überlegungen darf jedoch eines nicht ver-gessen werden: Der Erfolg eines Pflegeheims steht und fällt mit der Qualität seiner Dienstleistungen. Qualität heißt in erster Linie Betreuung durch qualifiziertes und motiviertes Personal in einer modernen Umgebung mit adäquater Ausstattung. Gute Arbeitsbedingungen, ein ergonomischer und modern gestalteter Arbeitsplatz sind Grundvoraussetzungen für hohe Pflegequalität und tragen so direkt dazu bei, dass sich auch die Bewohner wohlfühlen. Letztlich stimmen die Bewohner mit den Füßen ab, wo sie ein harmonisches Gesamtpaket von angemessener Qualität, Atmosphäre und akzeptierter Preisgestaltung erhalten.
Herausforderungen und Perspektiven
Die geschilderten Herausforderungen des Pflegemarktes sind nur von allen Akteuren gemeinsam zu lösen – von Betreibern, Investoren, Pflegekassen und Politik. Nur wenn es im Dialog gelingt, die richtigen Antworten auf die genannten Probleme zu liefern, kann sich der Markt insgesamt langfristig zu mehr Effizienz entwickeln. Dies ist angesichts des steigenden Bedarfs an Pflegeleistungen dringend notwendig. Gleichzeitig macht eine Handvoll Anbieter schon jetzt vor, wie man auch unter unvollkommenen Marktbedingungen Erfolg haben kann. Betrachtet man, was diese Betreiber richtig machen, so stößt man auf zwei Schlüsselaspekte: Qualität und den effizienten Einsatz von Ressourcen. Hinzu kommen meist gutes Marketing – sowohl im Hinblick auf Bewohner als auch im Hinblick auf die Gewinnung von qualifiziertem Personal- und eine flexible Positionierung im Wettbewerb mit anderen Produkten wie etwa teilstationären und ambulanten Lösungen.
Dies zeigt: So groß die Herausforderungen des Pflegesektors auch sind, wenn Qualität und das betriebswirtschaftliche Konzept stimmen, ist es schon jetzt möglich, Pflegeheime nachhaltig profitabel zu betreiben. Und zwar zum Nutzen aller: Bewohner, Betreiber und Investor.
Wachstumsmarkt mit hohem Anspruch
Der Pflegesektor bietet alles, was einen interessanten Markt auszeichnet
Völker Wörld - Ausgabe 41 – 1. QuartalDer Pflegemarkt Deutschland erscheint paradox: Von der Nachfrageseite her betrachtet, müsste er eigentlich boomen. Dennoch gibt es - zumindest in einigen Regionen - Überkapazitäten. Dazu hemmen ein dramatischer Fachkräftemangel, Überregulierung und nicht marktgerechte Betreiberkonzepte die Entwicklung des Marktes. Für Betreiber mit dem richtigen Konzept winken auf dem Pflegemarkt allerdings hervorragende Perspektiven.
Derzeit gibt es in Deutschland ca. 845.000 Pflegeplätze. Die Auslastung dieser Plätze liegt insgesamt bei 87 Prozent - eine gute Quote Bis 2020 wir die Nachfrage allerdings noch einmal deutlich steigen: So schätzt beispielsweise das Landesamt für Statistik in Nordrhein-Westfalen, dass die Zahl der über 80-Jährigen in diesem Bundesland von 2008 bis 2030 um ca. 70 Prozent zunehmen wird. Das bedeutet, dass sich auch die Nachfrage nach stationärer Pflege gerade in der laufenden Dekade stark erhöhen wird.
Ein weiterer Trend ist die steigende Nachfrage nach Einbettzimmern. Grund sind zum einen die gestiegenen Ansprüche der Bewohner nach mehr Privatsphäre. Gleichzeitig schreiben mehrere Bundesländer (Nordrhein Westfalen, Baden Württemberg und Bayern) Einbettzimmerquoten von 80 bis 100 Prozent für Neubauten vor. Der Bestandsschutz für ältere Häuser mit schlechteren Quoten läuft zum Ende der Dekade aus (2018/2019).
Trotz dieses eindeutigen Trends gibt es auf einigen lokalen und regionalen Märkten ein Überangebot. Die Folge ist, dass sich eine große Zahl von Einrichtungen aufgrund schlechter Belegungszahlen in einer wirtschaftlich äußerst prekären Lage befindet.
Überangebot und Insolvenzrisiko
Zum Teil liegt dies an kaufmännischen Versäumnissen der Betreiber selbst: Häufig wird mit einer Marge kalkuliert, die selbst bei Vollauslastung nicht ausreicht, um etwa die notwendigen Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung aufzubringen. Schon jetzt gibt es in einem großen Teil der Heime einen latenten Instandhaltungs- und Modernisierungsstau. Auch fehlt es häufig an der notwendigen Flexibilität, um die Kosten schnell an die jeweilige Belegungs- und Ertragssituation anzupassen.
Zum Teil sind aber auch strukturelle Probleme für die schlechte Marktsituation verantwortlich. Denn anders als beispielsweise in Großbritannien bestimmen in Deutschland nicht Angebot und Nachfrage die Preise für Pflegeleistungen, sondern das mächtige Oligopol der Pflegekassen. Betreiber haben regelmäßig größte Schwierigkeiten, Kostensteigerungen, etwa für Personal oder Energie, in Vergütungsverhandlungen mit den Pflegekassen durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, dass in Regionen, die für eine besonders restriktive Preispolitik der Pflegekassen bekannt sind, die Zahl der Insolvenzen - gerade auch freigemeinnütziger Betreiber - in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Probleme auf der Angebotsseite
Es wird deutlich: Die Probleme des Pflegemarktes liegen nicht auf der Nachfrageseite. Die Herausforderung der nächsten Jahre für die Branche wird vielmehr sein, adäquate Angebote zu bieten. Dabei gilt es, drei entscheidende Aspekte unter einen Hut zu bringen.
Erstens: Die Angebote müssen den steigenden Anforderungen an die Qualität der Dienstleis-tung gerecht werden. Heimbewohner und ihre Angehörigen werden immer anspruchsvoller - und das zu Recht. Eine würdige, zeitgemäße und an den Bedürfnissen der alten Menschen orientierte Pflege darf kein Luxus sein, sondern ist eine gesellschaftliche Grundaufgabe. Die steigende Nachfrage nach zeitgemäß ausgestatteten Einbettzimmern ist ein Symptom dieser Entwicklung.
Zweitens gilt es dringend, die Vergütung und Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern, um dem dramatischen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Schon jetzt gehen der Pflegebranche die qualifizierten Fachkräfte aus. Laut einer im letzten Jahr veröffentlichten Prognos-Studie zum allgemeinen Fachkräftemangel im Jahr 2015 werden der Pflegebranche in fünf Jahren 100.000 Fachkräfte fehlen. Hier sind dringend Maßnahmen nötig, die nicht nur die Bezahlung der Pflegekräfte verbessern, sondern auch das Berufsbild insgesamt ttraktiver machen. Das Problem der Personalknappheit wird in den nächsten Jahren eine herausragende Rolle spielen.
Und drittens: Die Angebote müssen wirtschaftlich nachhaltig sein. Gute, zeitgemäße Pflege kostet Geld. Ein Aspekt, um den sich die Politik beharrlich herumdrückt. Angesichts der demografischen Entwicklung sind die Grenzen der solidarischen Pflegeversicherung längst erreicht. Um die Finanzierung dieses Sektors in den Griff zu bekommen, wird über kurz oder lang zumindest an einer Ergänzung der solidarischen Pflegeversicherung durch kapitalgedeckte Vorsorgeformen kein Weg vorbeiführen.
Schwierige Rahmenbedingungen
Diese drei Aspekte in Einklang zu bringen, ist zweifellos ein nicht ganz einfacher Spagat, den Marktteilnehmer und Politik gemeinsam vollbringen müssen. Bundesgesundheitsminister Rösler hat das Jahr 2011 zum Jahr der Pflege erklärt und will eine weitere Pflegereform durchsetzen. Die. derzeitigen Überlegungen, die Pflege zu "ambulantisieren" wird dieses Problem allerdings nicht lösen. Angesichts der dramatischen "Entjüngung" der Gesellschaft kann der Bedarf an stationären Pflegeplätzen dadurch nicht kompensiert werden.
Auch die vieldiskutierte Einführung des Mindestlohns für die Pflegebranche verliert angesichts der viel dringenderen Probleme an Bedeutung. Die Knappheit der qualifizierten Arbeitnehmer wird letztlich notwendigerweise zu einem Anstieg der Löhne führen müssen. Entscheidend wird sein, wie man den dramatischen Fachkräftemangel schleunigst in den Griff bekommt.
Erfolg durch Marktkenntnis
Trotz aller Probleme und Herausforderungen bietet der Pflegemarkt nach wie vor große Chancen - sowohl für Betreiber als auch für Investoren. Denn letztlich bietet er alles, was einen interessanten Markt auszeichnet: eine langfristige Wachstumsperspektive, Planbarkeit und überschaubare Risiken. Doch wie bei allen Märkten gilt auch hier: Wer den Markt am genauesten kennt, hat die besten Erfolgschancen. Denn: Die Investition in den Pflegemarkt, sowohl in den Betrieb als auch in die Immobilie, ist eine vergleichbar sichere Sache. Die demografische Entwicklung sichert die Nachfrage. Das Sozialstaatprinzip der Bundesrepublik Deutschland sichert neben der gesetzlichen Pflegeversicherung über die Sozialhilfe die Refinanzierung der verhandelten Preise. Hinzu kommt, dass der Bedarf anhand von demografischen Daten relativ zuverlässig vorhersagbar ist.
Entscheidend für die Marktteilnehmer ist es daher, ihre Angebotsstrukturen konsequent nach Gesichtspunkten betriebswirtschaftlicher Effizienz auszurichten. Eine gründliche Markt-, Standort- und Wettbewerbsanalyse muss jedem Investment, jeder Betriebseröffnung vorausgehen. Dies mag eine Binsenweisheit sein, ist aber immer noch nicht selbstverständlich.
Bauchgefühl und Nachlässigkeit bei der strategischen Planung werden in einem derart an-spruchsvollen Markt besonders hart und schnell abgestraft.
Auch bei den Betriebsabläufen vieler Einrichtungen gibt es noch viel Optimierungspotenzial. Dies beginnt bei Fragen der baulichen Gestaltung der Pflegeheime und geht bis hin zur Organisation der Arbeitsabläufe und des Personaleinsatzes.
Die Qualität muss stimmen
Bei allen betriebswirtschaftlichen Optimierungs-Überlegungen darf jedoch eines nicht ver-gessen werden: Der Erfolg eines Pflegeheims steht und fällt mit der Qualität seiner Dienstleistungen. Qualität heißt in erster Linie Betreuung durch qualifiziertes und motiviertes Personal in einer modernen Umgebung mit adäquater Ausstattung. Gute Arbeitsbedingungen, ein ergonomischer und modern gestalteter Arbeitsplatz sind Grundvoraussetzungen für hohe Pflegequalität und tragen so direkt dazu bei, dass sich auch die Bewohner wohlfühlen. Letztlich stimmen die Bewohner mit den Füßen ab, wo sie ein harmonisches Gesamtpaket von angemessener Qualität, Atmosphäre und akzeptierter Preisgestaltung erhalten.
Herausforderungen und Perspektiven
Die geschilderten Herausforderungen des Pflegemarktes sind nur von allen Akteuren gemeinsam zu lösen – von Betreibern, Investoren, Pflegekassen und Politik. Nur wenn es im Dialog gelingt, die richtigen Antworten auf die genannten Probleme zu liefern, kann sich der Markt insgesamt langfristig zu mehr Effizienz entwickeln. Dies ist angesichts des steigenden Bedarfs an Pflegeleistungen dringend notwendig. Gleichzeitig macht eine Handvoll Anbieter schon jetzt vor, wie man auch unter unvollkommenen Marktbedingungen Erfolg haben kann. Betrachtet man, was diese Betreiber richtig machen, so stößt man auf zwei Schlüsselaspekte: Qualität und den effizienten Einsatz von Ressourcen. Hinzu kommen meist gutes Marketing – sowohl im Hinblick auf Bewohner als auch im Hinblick auf die Gewinnung von qualifiziertem Personal- und eine flexible Positionierung im Wettbewerb mit anderen Produkten wie etwa teilstationären und ambulanten Lösungen.
Dies zeigt: So groß die Herausforderungen des Pflegesektors auch sind, wenn Qualität und das betriebswirtschaftliche Konzept stimmen, ist es schon jetzt möglich, Pflegeheime nachhaltig profitabel zu betreiben. Und zwar zum Nutzen aller: Bewohner, Betreiber und Investor.
