Institutionelle Investoren: Trend zur Immobilienanlage
DEAL Magazine - Artikel vom 03.12.2009Vor dem Hintergrund sinkender Preise und niedriger Wertpapierbestände beabsichtigen institutionelle Investoren ihre Immobilienquote im nächsten Jahr weiter zu erhöhen. Sozialimmobilien werden dabei ihren Stellenwert im Portfolio behalten, teils sogar leicht ausbauen können.
Zu diesem Fazit kommen die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und die Beratungsgesellschaft Terranus nach einer gemeinsamen Befragung von Anlegern. Im Oktober 2009 wurden per Online-Umfrage Immobilien-Investoren angesprochen, Kriterien, Größenordnungen sowie Anlagehorizonte zu nennen.
62 Prozent der Befragten streben Direktinvestments in Sozialimmobilien mit einer Exitstrategie von über zehn Jahren an. 24 Prozent bevorzugen indirekte Investments in Spezialfonds bei einem Anlagehorizont zwischen fünf und zehn Jahren. Beteiligun-gen an Besitz und Betrieb nehmen eine untergeordnete Rolle ein.
Reha-Kliniken im Kommen
Über 90 Prozent gaben als Anlageschwerpunkt Pflegeheime an. Sie reflektieren dabei überwiegend auf eine Einrichtungsgröße von 100 bis 150 Betten. Auch für Rehabilitationskliniken sieht der Markt zumindest verhalten positiv aus. Immerhin rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sich diesem Segment zukünftig zuwenden.
Bei den Investitionsvolumina liegt die signifikante Bandbreite zwischen fünf und 30 Millionen Euro je Objekt. Die Mehrzahl (51 Prozent) der Befragten gab an, Investments zwischen zehn und 20 Mio. Euro anzustreben. Bei über 30 Millionen Euro wollen sich nur noch acht Prozent engagieren.
Gregor Larbig, Experte für das Gesundheitswesen bei PwC: " Es hat uns überrascht, dass bei der Standortwahl die regionale Differenzierung so gering ausfällt. Über 62 Prozent interessieren sich für Objekte im gesamten Bundesgebiet. Rund 35 Prozent gaben an, sich auf Westdeutschland mit verschiedenen regionalen Schwerpunkten zu beschränken. Lediglich drei Prozent investieren ausschließlich in Ostdeutschland."
Ein Viertel der Befragten fokussiert bei Pflegeheiminvestments auf Städte ab 100.000 Einwohner. Ein Achtel sondiert bereits ab einer Größe von 10.000 Einwohnern, die überwiegende Anzahl (knapp 60 Prozent) sieht 50.000 als ein geeignetes Umfeld an. Grundsätzlich ist aber für fast alle Befragten der Standort das ausschlaggebende Kriterium, gefolgt von den Management-Qualitäten des Betreibers.
Preisentwicklung als Antriebsmotor
Hinsichtlich der Instandhaltung der Immobilien bevorzugen institutionelle Investoren Triple-net-Pachtverträge. Mehrheitlich wird eine an den Lebenshaltungskosten orientierte Indexierung der Mietverträge als sinnvoll erachtet.
Auch bei den Sozialimmobilien ist die Preisentwicklung der Antriebsmotor für den Kauf. Markus Bienentreu, Geschäftsführer der Terranus Real Estate GmbH: "Während aktuell mit Kaufpreisen um die 13fache Jahresmiete kalkuliert wird, erwarten etwa die Hälfte der Investoren für das kommende Jahr Faktoren unterhalb dieses Niveaus. Ob dies in einem weiterhin dynamischen Markt, der derzeit noch von einem Liquditätsüberhang auf Käuferseite beherrscht wird, realistisch ist, bleibt abzuwarten."
