Neue Spieler auf dem Markt für Pflegeheime
Handelsblatt - Artikel vom 02.10.2008Internationale Investoren suchen deutsche Partner
Die HSH Real Estate hat ehrgeizige Pläne. Vor zwei Monaten gab das zur HSH Nordbank gehörende Unternehmen bekannt, ein Joint Venture mit der börsennotierten australischen Investmentgesellschaft Mariner Financial Limited eingegangen zu sein. Ziel der Partner ist es, Portfolios aus deutschen Pflege- und Gesundheitsimmobilien zu erwerben und zu managen. „Wir streben dabei ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 500 Mill. Euro an“, sagt Marc Weinstock, Vorstandvorsitzender der HSH Real Estate.
Die australischen Investoren sind nicht die einzigen neuen Mitspieler auf dem deutschen Pflegemarkt. Ebenfalls erst vor kurzem legte die niederländischen ING Real Estate einen Fonds für Gesundheitsimmobilien auf, der in Europa – hauptsächlich in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden – 800 Mill. Euro investieren will. Hinzu kommen Investoren, die schon länger in diesem Segment tätig sind, wie zum Beispiel der von Corpus Sireo gemanagte Sireo Immobilienfonds No. 5. Der erhöhte soeben durch Zukäufe sein Portfolio von 29 auf 37 Pflegeimmobilien und verwaltet damit ein Vermögen von mehr als 350 Mill. Euro – bei einem Zielvolumen von 750 Mill. Euro.
Ist auf dem Markt der Pflegeimmobilien also nichts zu spüren von der Finanzmarktkrise? „Subprime-Krise und Credit Crunch treffen den Markt der Pflegeimmobilien weniger stark als andere Immobilienmärkte“, sagt Markus Bienentreu, Geschäftsführer von TERRANUS Real Estate in Köln. Die Gründe dafür sieht er im relativ geringen Marktvolumen und der immer noch vergleichsweise hohen Nachfrage. In den Vordergrund rückten dabei allerdings eigenkapitalstarke Investoren.
