Viele Seniorenheime wurden laut Experten am Bedarf vorbei geplant
Financial Times - Artikel vom 27.03.2008Warnung vor Überangebot • Banken bereits vorsichtig
Auch wenn sich die Preiskorrektur bei den Gewerbeimmobilien in den kommenden Monaten weiter fortsetzt - in einem Nischensegment sehen die Credit-Suisse-Analysten Bettina Simoni und Eric Güller Renditechancen: Senioren- und Pflegeimmobilien würden aufgrund des demografischen Wandels langfristig ein hohes Wachstumspotenzial bieten, so die Analysten in einer neuen Studie.
"Auf kürzere Sicht dürften die Investitionen von robusten Mieterträgen profitieren", schreibt das Expertenduo.
Zugleich warnen Simoni und Güller jedoch vor zu hohen Erwartungen: "Die bereits hohen Bewertungen dieser Immobilien begrenzen das Potenzial für ein Wachstum der Kapitalwerte." In den vergangenen Jahren haben Investoren hohe Beträge für den Bau von Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung gestellt und sich teilweise heftige Bieterverfahren um bestehende Objekte geliefert. Das hat die Preise in die Höhe getrieben. "Wurden Pflegeheime Anfang 2006 noch zum 12,5-Fachen des Jahresmietertrags gehandelt, zahlten Käufer im vergangenen Herbst bis zum 15-Fachen der Jahresmiete", berichtet Carsten Brinkmann, Geschäftsführer der auf Sozialimmobilien spezialisierten Terranus-Gruppe.
Das erklärt die Vorsicht der Banken bei diesem Thema. Die Eurohypo engagiert sich beispielsweise fast gar nicht in diesem Marktsegment. "Pflegeimmobilien sind nicht pflegeleicht", begründet Rupert Hackl, Leiter der Münchner Niederlassung der Eurohypo, kürzlich vornehm die Zurückhaltung seines Instituts.
